System

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Die Basis

Lerne das Gefühl von der Mechanik – und nicht die Mechanik von dem Gefühl!

Übersetztes Vorwort der Golfing Machine:

„Es könnte sein, dass ein Oktopus oder ein Außerirdischer eine andere Methode gebrauchen würde, aber für menschliche Golfer gibt es wirklich nur „einen Schwung“. Dieser Grundschlag ist nicht einfach eine Methode, sondern er ist pure Geometrie. Die Geometrie hat zwei Aspekte – die Fakten und die Illusionen, visuell und gefühlt. Wenn die Fakten verstanden werden, können die Illusionen nicht mehr in die Irre führen, sondern sie können genutzt werden“.

Die Physik des Golfschwunges spezialisiert sich nicht auf „Golf Gesetze“ – sondern lediglich auf die ganz normalen, universellen Gesetze von Kraft und Bewegung, mit welchen man jeden Tag umgeht. Ohne diese Gesetze kann man weder sich noch irgendetwas weiter bewegen, bzw. verändern. Physik ist kein Ratespiel – auch nicht beim Golf.

Wer das System der „Golfing Machine“ anwendet, wird auf einmal realisieren und wissen was er wirklich macht und nicht nur annehmen, dass er etwas richtig macht.

Golfing Machine

Ich unterrichte Golf seit über 20 Jahren für Spieler jeglicher Spielstärke, von Anfängern bis hin zu Profis. Dabei bleibe ich selbst jeden Tag ein aufmerksamer und ehrgeiziger Schüler.

Golf ist ein faszinierendes Spiel, denn es bedingt eine ungeahnte Auseinandersetzung mit sich selbst, dem Körper, dem Geist und dem Gefühl, welches notwendig ist, um schließlich zum perfekten Schwung zu gelangen und damit den „vollkommenen Moment“ zu erleben.

Mein Wissen über den Golfschwung basiert auf dem Buch „The Golfing Machine“, welches ein System beschreibt, nach dessen Prinzipien ich mit all meinen Golfschülern arbeite. Das 1969 zum ersten Mal von Homer Kelley veröffentlichte Buch bildet – international anerkannt – die einzig wahre Grundlage der Golfbewegung, da es auf die Prinzipien der Physik und Geometrie gegründet ist. Der Golfschlag beinhaltet zwei Basis Elemente: die Geometrie des Kreises und die Rotationen der Physik.

Nur wenn man diese Prinzipien und Gesetze verstehen lernt und sie dann im Golfschwung anwendet, ist es möglich, seine Schläge mit mehr Präzision und Power zu schlagen. Der Erfolg eines Schlages soll nicht vom Zufall abhängen, sondern für einen selbst durch die eigene Ausführung nachvollziehbar sein. Ignoriert man diese Grundlagen, wird man voraussichtlich ewig weiter nach anderen Geheimnissen (die es nicht gibt) suchen, ohne dabei wirklich besser zu werden.

Ich selbst hatte meinen ersten Kontakt mit „The Golfing Machine“ 1995, zu einer Zeit, in der ich feststellen musste, dass mein Golfschwung dem Druck der entscheidenden Momente des Turnierspielens nicht standhielt. In dieser Anspannung funktionierte der Schwung plötzlich nicht wie gewohnt, und ich fragte mich immer wieder, wie das möglich war.
Ich beschloss mich an den Golflehrer Achim Steinfurth zu wenden, der damals der einzige autorisierte Lehrer von „The Golfing Machine“ in Deutschland war. Er erklärte mir die Zusammenhänge von so vielen Dingen, die ich nicht wusste, die aber auf der anderen Seite so viel Sinn ergaben, dass ich neugierig wurde, mehr über dieses System zu erfahren.

So begab ich mich zu den Wurzeln der „Golfing Machine“.
Ich besuchte Ben Doyle in Carmel, Kalifornien, den ersten offiziellen Lehrer der „Golfing Machine“ nach der Buchveröffentlichung von Homer Kelley.

Mr. Doyle vermittelte mir authentisch sein umfangreiches Wissen. Durch seine Erklärungen über die Zusammenhänge der einzelnen Faktoren im Golfschwung gelang es mir schließlich, den Geheimnissen der Golfbewegung auf die Spur zu kommen und ich konnte dadurch meine erfolgreiche Entwicklung zum Golftrainer gezielt aufbauen. Ich besuchte Ben Doyle und später auch viele andere Golflehrer regelmäßig in den USA, um mein Wissen immer weiter auszubauen. In den Jahren 2008 und 2009 machte ich meine Abschlüsse zum „Authorized Instructor of The Golfing Machine“ bei Joe Daniels in London. In den Jahren 2010 bis 2012 besuchte ich Mr. Lynn Blake (www.lynnblakegolf.com) der 1982 noch von Homer Kelley selbst ausgebildet wurde. Auch dort machte ich meine Abschlüsse in seinem Certified Intructor Programm und arbeite jetzt regelmässig mit ihm im In- und Ausland zusammen. Heute freue ich mich, als einer von 4 Lehrern der „Golfing Machine“ in Deutschland, meine Schüler mit diesem Wissen selbst auszubilden.

Allein in den USA arbeiten ungefähr 20 bis 25 der besten 100 Golflehrer nach dem System der „Golfing Machine“. 2008 wurde Martin Hall, (GSEM) (Golf Stroke Engineering Master), zum Trainer des Jahres der PGA of America gewählt.

Die Arbeit mit diesem System gibt mir die Möglichkeit aus jedem Schüler einen besseren Golfspieler zu machen.

Ansprache: Lassen Sie sich nicht von Selbstzweifeln abbringen, einen spannenden Weg zu wählen. Behalten Sie Ihr Ziel im Auge und informieren Sie sich auf der nächsten Seite …

 

Das Ziel

Das Ziel ist nicht der Ball oder ein Loch im Rasen, sondern die richtige Bewegung im Schwung.

Aus technischer Sicht bedeutet das, die Kontrolle über Richtung, Höhe und Länge des Golfballes zu erreichen.

Das klingt sehr einfach. Wirft man allerdings einen genaueren Blick auf die Komplexität der Golfbewegung, braucht man ein präzise funktionierendes System, um die Kontrolle im Schwung wiederholbar zu machen. Dieses System besteht aus der geometrischen Anordnung aller einzelnen am Golfschwung beteiligten Elemente in Relation zueinander und die Berücksichtigung von physikalischen Gesetzen innerhalb der Bewegung. Ich gebe meinen Schülern die Information über die Vielzahl der am Schwung beteiligten Komponenten, die sich zum Schluss zu einem Gesamtkonzept zusammenfügen. Das System ermöglicht die Kontrolle und so wird es letztlich eine Frage des Gefühls, den Moment des Golfschwunges erfolgreich zu erleben.

Ansprache: Dieses Wissen führt Sie auf den richtigen Weg. Für die weiteren Schritte lesen Sie einfach weiter bei Der Weg und sehen sich die dazu gehörigen Videos an.

Der Weg

Letztlich ist ein System, so komplex es auch sein mag
wesentlich vermittelbarer und praktischer als ein Mysterium.

Keine Angst; sie brauchen keinen Doktortitel in Physik oder Mathematik. In meinem Unterricht bekommen Sie verständliche Anleitungen, die Ihr Golfspiel umgehend verbessern werden.

Es geht darum, eine wiederholbare Golfbewegung zu erlernen, die effektiv ist – den unkompensierten Schlag. Um das zu erreichen, muss man sich vor allem über folgendes im Klaren sein – ein guter Golfschwung ist das Ergebnis von jahrelangem Training. Es gibt keine Abkürzungen – es ist im wahrsten Sinne des Wortes – Arbeit. Es erfordert ein gutes Konzept, Wissen, Disziplin, Aufmerksamkeit, genaue Beobachtung und viel Zeit. Erst wenn ein Teil gelernt wurde, kann man den nächsten Teil daran setzen und somit darauf aufbauen.

 

Grundlagen

Schritt für Schritt.

Denken wir daran zurück als wir Kinder waren. Zuerst lernten wir einige Buchstaben des Alphabets. Danach konnten wir einige Buchstaben zu kurzen Wörtern zusammenfügen. Als nächstes machten wir aus den Wörtern kleine Sätze. Mit der Zeit lernten wir unseren Wortschatz und unsere Grammatik so auszubauen, dass die Sätze immer länger wurden. Nach einigen Jahren konnten wir Aufsätze über alle möglichen Dinge schreiben und immer besser formulieren. Einige Leute sind Autoren geworden und verfassen jetzt Romane oder wissenschaftliche Berichte.

Hätten wir die Grundlagen des Alphabets nicht gelernt, wäre das nicht möglich.

Beim Lernen der Golfbewegung verhält es sich nicht anders – vom Kleinen zum Großen. Man muss das Alphabet der Golfbewegung lernen und Schritt für Schritt darauf aufbauen, um es danach wieder vergessen zu können und es aus dem Gefühl heraus anzuwenden.

 

Trainingsablauf

Alles ein Prinzip

(Die verschiedenen Schläge und Themen, die im Trainingsablauf erklärt werden, können Sie sich in der Rubrik: Video – „Schlagtechniken“ ansehen.)

Die geometrischen Anordnungen in Relation zueinander sind für einen kleinen Chipschlag die gleichen, wie für einen 250-Meter-Drive. Wenn man es nicht schafft einen Chipschlag aus 5–10 Metern regelmäßig geradeaus zu schlagen, und ihm die richtige Distanz zu vermitteln, wie soll es dann gelingen, einen Drive konstant gerade und weit zu schlagen? Das bedeutet, dass wir einen effektiven Schwung wie folgt aufbauen müssen: Vom Chippen -> zum Pitchen -> zum Punchen -> und von dort zum vollen Schwung, also der vollen Bewegung (Total Motion).

Für Anfänger sei erwähnt, dass das Üben ohne Ball am Anfang am sinnvollsten ist. Das heißt, dass die reine Überwachung und Beobachtung der an der Mechanik beteiligten Elemente zu erlernen ist. Man muss wissen, was zu tun ist. Wenn diese Grundmechanik erlernt wurde und man nicht mehr viel darüber nachdenken muss was man alles zu beachten hat, kommt schließlich der Ball ins Spiel. So versucht man ihn nicht mehr nur irgendwie zu treffen (am Anfang meistens mit einer völlig falschen Vorstellung), sondern hat bereits eine klare Idee darüber, wie man das zu tun hat.

 

Trainingskonzept

Der wichtige Unterschied

Wie viele Golfstunden haben Sie bis jetzt genommen?
Was hat man Ihnen dort vermittelt? Was sollten Sie lernen und warum? Was sind die Gründe dafür, dass Sie den Ball nicht besser treffen? Konnten Sie mit den Vorschlägen etwas anfangen und haben wirklich begriffen, warum Sie etwas ändern sollten? Welchem Zweck dienten die Vorschläge die Sie bekommen haben? Wussten Sie nach dem Unterricht wirklich, warum und weshalb Sie etwas verändern sollten?

Die meisten Golfer kommen aus der Golfstunde und haben hinterher genauso wenig Ahnung wie vorher. Die Informationen, die man bekommt, führen meistens nicht dazu, dass man wirklich besser wird, weil einem die Zusammenhänge nicht klar vermittelt werden.

Fangen Sie an zu verstehen, worum es beim Golfen wirklich geht.

Mein Golfunterricht beginnt dort wo es am wichtigsten ist. Was ist der alles entscheidende Moment in der Bewegung? Natürlich der Treffmoment, der so genannte Impact!

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Ein Gegenstand (Golfschläger) in Bewegung übermittelt seine Informationen auf einen ruhenden Gegenstand (Golfball). Alle Informationen, die der Schläger enthält werden in 1/2000 Sekunde auf den Ball übertragen, und dieser reagiert darauf mit einer gewissen Richtung, Flughöhe und Distanz. Man sollte also einiges über diesen Moment wissen, denn sonst hat man keine Chance, einen wiederholbaren Impact herzustellen und somit gleich bleibend gute Schlagergebnisse produzieren zu können.

Die magischen Drei

Gutes Golf braucht 3 Imperative – also 3 Dinge, die auf jeden Fall sein müssen, um einen guten Impact zu gewährleisten:

Flat Left Wrist

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Das “Flat Left Wrist“ (flacher linker Handrücken in Relation zum Unterarm) ist nicht nur die erste Anordnung, wenn die Hände in der Schlagvorbereitung ins Spiel kommen, sondern auch der erste Imperativ für gutes Golf. Wenn es dem Handrücken während dem Impact-Intervall erlaubt wird sich zu beugen,

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wird es schwer, wenn nicht sogar unmöglich, die Schlagfläche (Richtung) zu kontrollieren. Wenn sich der linke Handrücken beugt, hat sich das Zentrum des Schwunges von der linken Schulter zum linken Handgelenk verlagert. Nun bewegt sich das linke Handgelenk in einem Kreis um den linken Unterarm und man bekommt zwei Kreise um die sich der Schläger bewegt. Der eine Kreis verläuft von der linken Schulter bis zum linken Handgelenk und der andere vom linken Handgelenk bis zum Schläger.

Gutes Golf verlangt also, dass der linke Handrücken gerade zum linken Unterarm mindestens bis zum Ende des Durchschwunges (Position, wo zum ersten Mal beide Arme gestreckt sind) bleibt.

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Dadurch rotieren der linke Arm und der Schaft um die linke Schulter – das kreiert ein einziges Rotationszentrum und somit eine bessere Kontrolle über Schlägerkopf und Schlagfläche.

Clubhead Lag Pressure Point

ein Punkt in unserem System mit dem man den „Sweetspot“ (optimaler Treffpunkt des Schlägers) kontrollieren kann und der hinter allen anderen am Schwung beteiligten Komponenten zurück hängen muss.

clubhead_lag_pressure_point

Wie man auf dem rechten Foto sehen kann ist der Schaft nicht in einer geraden Linie. Der Schlägerkopf hängt dem Griffende im Abschwung hinterher und ist mit Energie geladen.

A Straight Plane Line

eine geometrische Basis-Grundlinie der schrägen Ebene (Plane), auf der sich der Schaft in Relation bewegen muss. Die Ebene des Golfschwunges kann sich verändern, nicht aber die Grundlinie der Ebene.

a_straight_plane_line

Mit diesen 3 Imperativen kontrolliert man die 3 Funktionen des Schlägers:

Schlagfläche, Schlägerkopf und den Schaft und somit folgendes:

  • Der linke Handrücken kontrolliert die Schlagfläche = Richtung.
  • Die rechte Hand, insbesondere das Innenglied des rechten Zeigefingers, kontrolliert den Schlägerkopf = Druck und Geschwindigkeit.
  • Der rechte Arm kontrolliert den Schaft = die Ebene oder die Bahn des Schlägers oder die so genannte Plane.

Man kann also mit der Zuordnung von 3 Körperteilen die 3 Teile des Schlägers kontrollieren.

Wenn man weiß, was diese 3 Körperteile machen, und wo im Raum sie sich befinden, weiß man, wo der Schläger ist und was der Schläger macht.

Durch diese drei Elemente spiegelt sich der Schläger in der Golfbewegung wider und man sieht, dass es wesentlich sinnvoller ist, diese drei Körperteile zu beobachten, als den Schläger selbst.

Die wichtigen Sechs

Mit diesem Wissen baut man mit geometrischen Anordnungen den Impact auf. Das geschieht in 6 Schritten und in der folgenden Reihenfolge:

  1. Schlagflächenstellung in Relation zur Ziellinie
  2. Griff in Relation zur Schlagfläche
  3. Hände in Relation zum Ball
  4. Plane Angle (Winkel des Schaftes in Relation zum Boden)
  5. Pressure Points (Druckpunkte – Kraftüberträger in Relation zum Körper und zu den Hebeln)
  6. Position des rechten Unterarms in Relation zum Schaft

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Die gefühlvollen Zwei

Schließlich braucht man noch 2 körperliche Faktoren:

  • das Gewicht im Körper ist gleichmäßig zwischen links und rechts zu verteilen; dazu muss unbedingt der Kopf in der Mitte der Füsse sein
  • der Schwerpunkt des Körpers liegt leicht auf den Fersen

Durch diesen systematischen Aufbau ergibt sich in kurzer Zeit das richtige Körpergefühl für die Ansprechposition und der richtige Abstand zum Ball. Man muss nur noch wissen, wie die Ballposition (in Relation zur Körpermitte) für den benötigten Schlag ist.

Kann man diese Anordnungen für jeden Schläger, egal ob Putter oder Driver, miteinander in Einklang bringen, erhöhen sich die Chancen für eine gute und effektive Golfbewegung bereits dramatisch. (Die meisten Golfer haben in der Ansprechposition, aufgrund schlechter Vorbereitung und Anordnung der an der Bewegung beteiligten Komponenten, ihre Chance auf eine gute und effektive Golf Motion schon vor dem Schlag verspielt).

Aus diesen Impact Alignments (Anordnungen) ergibt sich für den Anfang (später gibt es auch Variationsmöglichkeiten) die Ansprechposition aus der die Bewegung startet. Man hat also alles für einen „Geradeaus-Ballflug“ eingestellt. Gelingt es jetzt, den Schläger auf einer bestimmten geometrischen Bahn zurück zu schwingen (mit oder ohne den Rotationen des Körpers), ohne an den vorgenommenen Anordnungen etwas zu verändern und auf derselben Bahn wieder zurückzukommen – was wird wohl passieren?

Richtig, der Ball wird geradeaus fliegen. Nun kommt es noch auf die Länge des Schwunges und auf die Geschwindigkeit des Schlägers an. Auf diese Faktoren reagiert der Ball schließlich mit Höhe und Weite.

Die Kunst oder die Geschicklichkeit, die der Spieler zu erlernen hat, ist die simultane Kontrolle über die 3 Faktoren des Schlägers in der Golfbewegung: Schlagfläche, Schlägerkopf und Schaft -> dadurch erreicht er im Laufe der Zeit die Kontrolle über die Richtung, Höhe und Weite des Balles!

Das Wichtigste, was es zu begreifen gilt, ist folgendes: der Ball muss in der Abwärtsphase des Schwunges getroffen werden! Was man erreichen will, ist, dass der tiefste Punkt im Golfschwung nach dem Treffen des Balles ist. Wo also befindet sich dieser Punkt? Er ist für uns nicht sichtbar, denn er befindet sich in der Erde und zwar kurz hinter dem Ball. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum die Profis immer ein Divot (Rasenstück) herausschlagen und den Ball trotzdem so weit schlagen können? Der Grund ist ganz einfach; der Ball wird getroffen und danach geht der Schläger in den Boden (der Ball hat in dieser Zeitspanne die Schlagfläche schon längst wieder verlassen). Bei vielen Golfern ist es genau anders herum. Der Schläger trifft den Rasen, bevor der Ball getroffen wird. Das resultiert in einem großen Energieverlust, wenig Weite und schlechter Richtung.

Viele Golfer versuchen (durch ein falsches Konzept in ihrem Kopf) in der Abwärtsbewegung nur den Schlägerkopf zum Ball zu bringen oder zu schleudern. Dadurch erreicht man leider nur folgendes: der Schlägerkopf überholt die Hände und somit werden alle 3 Imperative die ein guter Impact erfordert zerstört. Das linke Handgelenk beugt sich, man verliert den hinterher hängenden Sweetspot des Schlägers (Clubhead Lag Pressure Point) in welchem die ganze Energie eingelagert ist und dadurch die Relation des Schaftes zur Basis-Grundlinie der schrägen Ebene. Das hat zur Folge, dass der Schläger sofort nach innen und oben schwingt.

Widmen wir uns als Nächstes folgender Frage:

Wie und durch was wird die Kraft auf den Ball übertragen?

Die Kraft auf den Golfball wird durch Hebelanordnungen übertragen. Hebel dienen der Kraftübertragung und ermöglichen dabei große Kraftauswirkungen. Beim Golf haben wir zwei davon. Die Kraftquelle (bei beiden Hebeln) ist jeweils zwischen Drehpunkt und Gewicht.

Der erste, oder auch der Haupthebel ist der linke Arm und der Schläger.

hebelanordnung1

Diese Hebelanordnung wird durch die Arme angetrieben.

Der zweite Hebel ist beides – sowohl ein Teil des ersten Hebels, als auch der alleinige Zweite. Er besteht aus der linken Hand und dem Schläger.

Je länger der Schaft und je leichter das Gewicht des zweiten Hebels, desto mehr Kraftübertragung ist möglich.

hebelanordnung2

Drehpunkt ist das linke Handgelenk, Gewicht ist der Schlägerkopf und die Power liegt dazwischen. Diese Hebelanordnung wird durch die Hände angetrieben.

Die Vierer Serien

Die Kraft auf die Hebelanordnungen wird durch die Pressure-Points oder auch Druckpunkte übertragen. Davon haben wir 4 Stück.

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  1. Endpunkt Lebenslinie der rechten Hand zum Daumen Grundgelenk der linken Hand
  2. die letzten 3 Finger der linken Hand
  3. Innenglied des rechten Zeigefingers
  4. Kontakt linker Oberarm zum Körper

Die Kraft auf die Druckpunkte wird durch Power-Akkumulatoren übertragen. Power-Akkumulatoren kann man als Energiespeicher betrachten, z. B. ist eine Batterie ein Akku. Er ist geladen mit Energie und kann diese Energie auf ein anderes Objekt übertragen oder weitergeben. Davon haben wir ebenfalls 4 Stück.

Diese Power-Akkus sind Out-of-line (nicht in einer geraden Linie) Konditionen des Power-Package.

Das Power-Package formt ein Dreieck bestehend aus beiden Händen, Armen und Schultern.

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Das Dreieck ist im Rückschwung nur in der rechten Seite veränderbar.

Linker Arm und Schultern bleiben im Rückschwung unverändert. Wirklich sehr wichtig zu wissen ist, dass der rechte Arm in unseren Anordnungen zum ersten Mal in der ganzen Bewegung erst nach dem Treffmoment (Impact) komplett gestreckt wird (aktiv oder passiv – hitting or swinging).

impact

Ziel ist es also, die mit Energie geladenen Akkumulatoren durch gewisse Druckpunkte, die ihre Kraft wiederum auf die Hebel übertragen, in eine Linie zu bekommen. Dadurch wird deren eingelagerte Power auf den Ball übertragen; der so genannte Release. Man muss also wissen, wo der Punkt ist, an dem sich alle Komponenten zu einer geraden Linie zusammenfügen. Dieser Punkt ist der Low Point (tiefster Punkt) des Schwunges. Und er befindet sich, wie wir bereits wissen und in den Videos sehen, nach dem Impact, also nach dem Treffen des Balles.

Im Schwung geht es um folgendes: Energie wird durch Bewegungen gesammelt und dann an einem gewissen Punkt (der Spieler hat Wahlmöglichkeiten, wo sich dieser Zeitpunkt befindet) aufgeladen. Dann wird die Energie gespeichert und zu einem weiteren Punkt transportiert (auch hier hat der Spieler diverse Variationsmöglichkeiten, wo sich dieser Punkt befindet) und schließlich released, also freigegeben. Je später dieser Release erfolgt, desto mehr Power hat der Schlag. Wenn Sie schon einmal einen Driver-Schwung von Sergio Garcia gesehen haben (falls nicht, schauen Sie sich auf You Tube bitte einen an, am besten mit der Swing Vision), dann wissen Sie, was ein später Release, mit guten Impact-Anordnungen, für Auswirkungen mit sich bringt – pure Power. Er feuert seine Abschläge bis zu 330 Meter weit und das bei einer Körpergröße von ca.177 cm.

Mit diesen Informationen sollten Sie jetzt daran arbeiten Ihren Golfschwung aufzubauen. Lesen Sie den Text mehrmals durch, bis Ihnen wirklich klar wird, welche Bausteine Sie benötigen, um einen guten Impact und eine gute Golfbewegung zu erreichen. Schauen Sie sich die Videos sehr genau an (beobachten Sie in manchen Videos auch mal den Schatten), denn alle Textinformationen sind in den Aufnahmen nachzuvollziehen. Denken Sie daran, dass die Geometrie zwei Aspekte hat – die Fakten und die Illusionen.

Leider kann ich Ihnen hier nicht noch mehr Informationen über die Zusammenhänge bieten, da Sie sonst keine Veranlassung mehr sehen in meinen Unterricht zu kommen.

Doch sollte ich Ihr Interesse geweckt haben und Sie im Umkreis von München leben, würde ich mich freuen auf unserer Driving-Range mit Ihnen zu arbeiten oder einige Löcher mit Ihnen zu spielen. Kommen Sie gern jederzeit zu einem Kennenlern-Gespräch vorbei.

Oder schauen Sie sich unter der Rubrik Kurse meine Angebote an. Bestimmt ist das Richtige für Sie dabei.

Die Aufgabe eines guten Lehrers ist es zu informieren und die Fakten und Zusammenhänge zu erklären. Die Aufgabe des Schülers ist die Informationen aufzunehmen, sie zu verarbeiten und zusammenzufügen, um sie schließlich anzuwenden. Ich kann Ihnen das Golfspielen nicht beibringen oder es verbessern – das können nur Sie alleine. Von mir bekommen Sie den Schlüssel. Aufsperren müssen Sie selbst.

Ansprache: Lernen Sie das Gefühl von der Mechanik und nicht die Mechanik vom Gefühl.

Verfolgen Sie noch auf dem Link Video die Entwicklung von Lukas und seiner Golfbewegung. Anhand seines Beispiels kann man sehen, wie man mit den richtigen Informationen schon in kurzer Zeit sehr viel Verbesserung erzielen kann. Oder schauen Sie sich einige Beispiel-Videos an. Die aktuellsten Videos finden sie dann immer rechts in den Latest Videos Kästchen.

Viel Spaß beim Üben wünscht Ihnen

Michael Wirth

Hit ’em long and straight